Wie zukunftsfähig ist der deutsche Brandschutz?

Fachtagung der vfdb in Duisburg mit internationalen Experten mit Blick in die digitale Zukunft von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz

Das Thema „Brandschutz 4.0“ steht im Mittelpunkt der 65. Jahresfachtagung der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb) vom 28. bis 30 Mai in Duisburg. Unter dem Motto „Wie zukunftsfähig ist der deutsche Brandschutz?“ werden Experten aus dem In- und Ausland in mehr als 50 Vorträgen über den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik informieren. Rund 700 Teilnehmer werden erwartet. Die Tagung wird von einer großen Fachausstellung begleitet. Dabei wird demonstriert, wie neueste Entwicklungen in der Praxis umgesetzt werden können.

Zu den Highlights der Veranstaltung wird auch der Auftritt der beiden Direktoren Tom George und Steve Apter von der Londoner Feuerwehr gehören, die aus erster Hand über den Brand des Grenfell Towers berichten werden. Die Katastrophe, bei der im Juni 2017 mehr als 70 Menschen ums Leben kamen, sorgte weltweit für Schlagzeilen und Diskussionen.

„Mehr denn je wird auf dieser 65. Jahresfachtagung das Thema Digitalisierung und Vernetzung im Mittelpunkt stehen“, kündigt vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner an. „Innovation und Digitalisierung sind unmittelbar miteinander verbunden. Ohne Weiterentwicklung und Einsatz modernster Mittel können Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst nicht effizient funktionieren – ob in den Leitstellen oder am Einsatzort. Deshalb freuen wir uns, mit der Veranstaltung den Dialog zwischen Forschung und Entwicklung, Herstellern und Anwendern zu unterstützen. Wir erwarten auch diesmal wichtige Impulse für künftige Entwicklungen.“

Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre und dem großen Erfolg der Fachtagung 2017 in Bremen rechnet vfdb-Generalsekretär Dr. Dirk Oberhagemann auch in diesem Jahr mit einer großen Beteiligung und bittet, für die Anmeldung die Formulare auf der Internetseite www.vfdb.de zu verwenden.

Schwerpunkt Digitalisierung

Die Bedeutung von „Digitalisierung und Brandschutz 4.0“ wird gleich zum Auftakt des Programms hervorgehoben. Bereits im vergangenen Jahr in Bremen lautete eine der Botschaften der Fachtagung: „Die Digitalisierung ist der Treibstoff, der die zivile Sicherheit erheblich verbessern kann.“ Mit großem Interesse wird ferner in einem „Fakten-Check“ die Vorstellung der vfdb-Brandschadenstatistik erwartet. Im weiteren Tagungsverlauf wird die Nutzung von Geodaten ebenso behandelt wie die Sicherheits- und Brandschutzforschung.

Zu den Themenkomplexen gehören ferner die Herausforderungen, die durch neue Fahrzeugtechnologien entstehen. So beschäftigt sich ein Referat mit der Brandbekämpfung von Elektro- und Hybridfahrzeugen. Weitere Bereiche: die brandschutztechnische Beurteilung der Personensicherheit und von Personenströmen in Gebäuden, aktuelle Aspekte im Vorbeugenden Brandschutz, „Leasing von Feuerwehrtechnik und –fahrzeugen – Notlösung oder Innovation?“, die Zukunft der Feuerwehren und Aktuelles aus dem Rettungswesen.

Erfahrungen aus aktuellen Großschadenslagen

Neben dem Bericht zum Brand des Grenfell Towers in London werden zwei weitere Großereignisse aus der Vergangenheit diskutiert: Die Explosion bei der BASF 1966 in Ludwigshafen, die fünf Menschenleben forderte, und der G20-Gipfel im vergangenen Jahr in Hamburg.

Referate zum Thema „Brandschutz in Geschichte und Gegenwart“ runden die Jahresfachtagung ab und geben einen Überblick über die deutschen Feuerwehren, die sich im Laufe von mehr als 150 Jahren zum modernen Dienstleister entwickelt haben. Gastgeber der 65. vfdb-Fachtagung ist die Feuerwehr Duisburg. Deren Leiter Oliver Tittmann würdigte die Veranstaltung in einem Grußwort als gute Plattform für Fachbeiträge und Diskussionen zur zukunftsorientierten Ausrichtung der Feuerwehren.

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