12. Virtual Fires Kongress, 29.-30.6.2017

Der ‚Virtual Fires Congress‘ ist eine jährlich stattfindende internationale Fachtagung für Virtual und Augmented Reality, 3D-Simulation und Thermodynamik im Bereich Safety & Security.

Er richtet sich an Leiter und Ausbilder der Landesfeuerwehr-, Katastrophen-/Bevölkerungsschutz- und Rettungsdienstschulen, Fach- und Führungskräfte von Berufs-, Werks- und Freiwilligen Feuerwehren sowie Hilfs- und Rettungsdiensten, privaten Trainingszentren und Brandschutz- bzw- Sicherheitsdienstleistern sowie an Institutionen aus dem Bereich Verteidigung, Bundeswehr und Polizei.

https://webmail.strato.com/appsuite/api/mail/VFC2016_Feuer-haus1k.jpg?action=attachment&folder=default0%2FINBOX&id=9867&attachment=2&user=5&context=5891769&sequence=1&delivery=view

Ebenso an alle, die sich im Kontext von Einsatzplanung und Gefahrenabwehr über neue digitale Möglichkeiten informieren und Anwendungen testen möchten.

Darüber hinaus spricht die Veranstaltung Unternehmen an mit Produkten (Soft- & Hardware) aus dem Sicherheits-, Hilfeleistungs- und Unterstützungssegment sowie Vertreter weiterer themennaher Disziplinen: Kommunen, Forschungs- und Lehreinrichtungen, Hochschulen mit Studiengängen im Bereich Simulation, Informatik, Robotik oder Safety & Security, Weiterbildungsinstitute, Tunnelbauer, Architekten, Ingenieure, Versicherungen, branchennahe Industrieunternehmen, Medienpartner, Fachpresse, Feuerwehrredakteure und Social Media Manager.

Infos zum Kongress finden Sie hier, zur Anmeldung geht es hier weiter.

Weitere Infos zum Kongress folgen demnächst auf feuer-haus.de

Rückblick 2016:

Vom 02.06. bis 04.06.2016 fand erneut der Virtual Fires Congress in St. Georgen im Schwarzwald statt. Experten trafen sich, um rund um das Thema „FEUER 4.0“ und die Implementierung neuer Rettungstechnologien zu referieren und zu diskutieren.
Zum 11. Mal organisierte das Virtual Dimension Center (VDC) des Technologiezentrums St. Georgen die Fachtagung zum Stand der Digitalisierung im Feuerwehr- und Rettungswesen. Mitorganisatoren waren die Stadt St. Georgen, die Feuerwehr St. Georgen sowie die imsimity GmbH. Experten aus Forschung, Lehre und Wirtschaft aus ganz Europa präsentierten zum diesjährigen Thema „FEUER 4.0 – Wie können neue Rettungstechnologien in bewährte Prozesse implementiert werden“ ihre neuesten Projekte und Erkenntnisse. Begleitend fand eine Fachausstellung unterschiedlicher Serious Gaming Hersteller und eine Mixed Reality Show mit aktuellen Best Practice Beispielen statt.
Spitzenforschung für die zivile Sicherheit Dr. Wolf Junker, Leiter des Referats Sicherheitsforschung beim Ministerium für Bildung und Forschung (BMBF), startete mit einem Einführungsvortrag zu den Perspektiven und Mitwirkungsmöglichkeiten für Feuerwehren in der nationalen Sicherheitsforschung. Prof. Dr. Oskar Stryk von der Technischen Universität Darmstadt gab einen Einblick in die Entwicklung von humanoiden Robotern, die als Avatare für Einsatzkräfte eingesetzt werden können. Sie sollen an deren Stelle und unter deren Führung komplexe Aufgaben der Katastrophenhilfe durchführen, die ansonsten mit großer Gefahr für Leib und Leben verbunden sind. Prof. Dr. Koch von der Universität Paderborn erreichte das aufmerksame Publikum durch die Vorstellung des neuen Forschungsprojektes „TEAMWORK“ und regte zum Informationsaustausch an. TEAMWORK verwendet ein neues Serious Gaming Konzept, welches verschiedene Szenarien, basierend auf Erfahrungen realer Krisenereignissen, in einer virtuellen Umgebung simuliert. Dass dies in Zukunft eine Bereicherung darstellt, zeigte der Vortrag zur simulationsbasierten Ausbildung von Markus Herkersdorf, Geschäftsführer der TriCAT GmbH. Er erläuterte wie die Sicherheitsbeauftragten und das Zugpersonal des neuen Gotthard-Basistunnels, der mit 57 km der längste und zugleich tiefste Eisenbahntunnel der Welt ist, mit interaktiven 3D-Simulationsumgebungen vor der Inbetriebnahme des Tunnels geschult wurden.
Auch Serious Gaming Anwendungen, die ursprünglich für die Notfallmedizin entwickelt wurden, lassen sich auf die digitale Aus- und Weiterbildung für Rettungskräfte übertragen. Dazu stellte Lucia Pannese, Geschäftsführerin von Imaginary SRL in Mailand, den Stand der Technik vor. Sehr gespannt waren die Teilnehmer auf den Beitrag von Thomas Egelhaaf, leitender Branddirektor und Leiter der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg. Er machte sehr anschaulich begreifbar, wie durch den Neubau der Landesfeuerwehrschule, der Weg vom „Haus der Belehrung“ hin zu einem „Haus des Lernens“ gegangen wird. Damit die Implementierung neuer Simulations-Technologien so effizient wie möglich vonstattengeht, definierte Bart von Lijf von der XVR Simulation BV aus den Niederlanden, die Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Einbindung in die Lehrpläne. Die anschließende Podiumsdiskussion zum Thema „Wie kommt Innovation an der Basis an“ und eine Busfahrt zum gemeinsamen zünftigen Schwarzwälder Kulturabend im Reinertonishof rundeten den ersten Veranstaltungstag ab.

Sicherheitskonzepte mit Superlativen
Am nächsten Morgen wurde innerhalb einer Exkursion der ThyssenKrupp Elevator Test Tower in Rottweil besichtigt. Neben einer Baustellenführung erhielten die Fachbesucher von Kreisbrandmeister Mario Rumpf und Stadtkommandant Markus Müller einen detaillierten Einblick in die Sicherheits- und Brandschutzvorkehrungen des 246 Meter hohen Testturms, der zukünftig auf der bundesweit höchsten öffentlichen Besucherplattform einen 360° Panorama-Blick ermöglicht.
Zurück in der Stadthalle St. Georgen erwarteten zwei IT-Experten der Microsoft Deutschland GmbH die Teilnehmer, um ihre technischen Produkte für Feuerwehr- und Rettungsdienst zu präsentieren. Dazu hat Microsoft ein spezielles Tablet samt zugehöriger Feuerwehr-App entwickelt. Die App hilft den Rettungsdiensten unter anderem mit Rettungskarten von Fahrzeugen, Gebäudeplänen von Brandmeldezentralen oder Entschlüsselung von Gefahrgut-Codes (bei LKWs). Damit dieses Tablet mit der App im Einsatz genutzt werden kann, ist die Bedienung per Touch mit Feuerwehr-Handschuhen möglich. Außerdem stellte Microsoft die neuen Strategien des Unternehmens im Bereich Personal Computing vor. So soll es in naher Zukunft möglich sein sich per Datenbrille virtuell zusammenzuschalten, um kollaborativ zu trainieren sowie gemeinsam an Projekten zu arbeiten.
Am Samstag wurden zwei Workshops zur aktiven Teilnahme im Bereich Teambildung und Einsatzplanung angeboten. Zum einen konnten die unterschiedlichen Gruppen bestehend aus Zug- und Gruppenführern und Einsatzleitern beim Workshop „Human Factors Training für Einsatzkräfte“ der Firma NineCubes aus der Schweiz in einem computerbasiertem Echtzeit-Szenario mitmachen. Die Teilnehmer erfuhren dabei, wie sie Fehlentscheidungen und Unfälle im Einsatz unter Realbedingungen vermeiden können.
Zum anderen wurde im zweiten Workshop der Firma XVR Simulation BV aus den Niederlanden sowie der in St. Georgen ansässigen imsimity GmbH die Simulationssoftware XVR live demonstriert. XVR wird zur Basisschulung von Führungskräften genutzt. Iven Bögel von der Freiwilligen Feuerwehr Böblingen leitete die Mitwirkenden als Administrator und Fachmann durch die Einsatzszenarien, wie beispielsweise einem Zugunglück mit Verletzten durch Brand und Verrauchung. Die verschiedenen Simulationen wurden an einer sechs Meter großen Projektionswand visualisiert, die eine starke Immersion und Interaktion der Teilnehmer ermöglichte. Es entstand eine nahezu realistische Stresssituation für die Entscheidungsfindung der anstehenden Rettungsaktionen. „Man kann hier sehr flexibel auf Einschätzungen eingehen und hat den Blick so, wie er in der Realität ist. Der Schwerpunkt liegt klar auf den Handlungskompetenzen und man fokussiert sich total aufs Handeln“ berichtete Sandra Seitz, Zugführerin bei der Feuerwehr Glottertal, nach dem Workshop. Der Landkreis Böblingen schult über 200 seiner Gruppen- und Zugführer mit diesen virtuellen Trainings. Weitere Informationen und Impressionen sind unter www.virtual-fires.de zu finden. Der 12. Virtual Fires Congress findet vom 29. bis 30. Juni 2017 statt.

Kommentar hinterlassen

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


neun − acht =