Pressemitteilung der vfdb zum Brandereignis in Crans-Montana am 31.12.2025

5.1.2026 – Angesichts der schweren Brandkatastrophe in der Schweiz warnt die Vereinigung
zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) eindringlich vor vorschnellen
Bewertungen. „Ursache, Ablauf und begünstigende Faktoren dieses Ereignisses
sind derzeit Gegenstand behördlicher Ermittlungen“, erklärt Anja Hofmann-
Böllinghaus, Vizepräsidentin der vfdb. „Vor Abschluss dieser Untersuchungen
sind belastbare Bewertungen oder Schlussfolgerungen wissenschaftlich nicht
seriös durchführbar.“
Unabhängig davon macht das Ereignis grundlegende Zusammenhänge der Brand und
Rauchgasdynamik deutlich. Insbesondere in geschlossenen oder
unterirdischen Nutzungseinheiten können sich Brände innerhalb kürzester Zeit
hochdynamisch entwickeln. Toxische Verbrennungsprodukte, rasch ansteigende
Temperaturen und massive Sichtbeeinträchtigungen führen dabei in sehr kurzer
Zeit zu lebensbedrohlichen Bedingungen. Die Ausgestaltung und Wirksamkeit von
Rettungswegen, die vorhandenen Brandlasten sowie die tatsächliche Nutzung
von Gebäuden sind in diesem Zusammenhang von entscheidender Bedeutung.
Zugleich zeigt sich, dass auch Feuerwehren bei fortgeschrittenen Brandverläufen
begrenzte Einflussmöglichkeiten haben. Pauschale oder vereinfachende
Bewertungen des Einsatzgeschehens werden der Komplexität solcher Lagen nicht
gerecht.
Für den vorbeugenden Brandschutz unterstreicht das Unglück die Notwendigkeit
eines ganzheitlichen und systemischen Ansatzes. Dieser umfasst die konsequente
Anwendung bestehender Regelwerke, die regelmäßige Überprüfung baulicher
und betrieblicher Rahmenbedingungen sowie eine verstärkte Aufklärung über
Brandrisiken und individuelle Eigenverantwortung. Die weitere Reduktion
tödlicher Brandereignisse bleibt dabei ein zentrales Ziel – im Sinne einer
langfristig ausgerichteten Vision Zero.
Die vfdb wird als interdisziplinäres Expertennetzwerk die behördliche
Aufarbeitung und Auswertung des Ereignisses nach Abschluss der Ermittlungen
verfolgen. Auf dieser Grundlage wird sie ihre wissenschaftliche und praktische
Expertise einbringen, um weitergehende Empfehlungen zu beraten und zur
Vermeidung vergleichbarer Brandereignisse künftig beizutragen.

Quelle: vfdb