Aufwendige Nachlöscharbeiten dauern an
4.9.2026 – Initial wurden der Löschzug der Hauptwache der Berufsfeuerwehr sowie die Ortsfeuerwehr Querum zu einem Feuer mit Menschenleben in Gefahr in den Habichtweg im Stadtteil Querum alarmiert.
Bereits beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte zeigte sich ein ausgedehntes Brandereignis. Ein Einfamilienhaus stand in Vollbrand. Das Einsatzstichwort wurde daraufhin auf B3 – Feuer groß erhöht.
In der Folge wurden unter anderem der Löschzug der Südwache sowie weitere Ortsfeuerwehren und Facheinheiten zur Einsatzstelle nachgefordert.
Unmittelbar nach dem Eintreffen wurde ein massiver Löschangriff aufgebaut. Mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz drangen in das Gebäude vor. Aufgrund der enormen thermischen Belastung im Gebäude war ein weiteres und ausreichend tiefes Vorgehen der Einsatzkräfte jedoch zeitweise nicht möglich. Parallel dazu wurde die Brandbekämpfung über mehrere Rohre im Außenangriff durchgeführt. Im Verlauf des Einsatzes waren zahlreiche Atemschutztrupps sowohl im Innen- als auch im Außenangriff eingesetzt.
Ein Bewohner des Hauses konnte sich über ein Dachfenster retten. Er wurde durch die Einsatzkräfte und den Rettungsdienst betreut und verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Der Aufenthaltsort seiner Ehefrau ist zur aktuellen Stunde noch ungeklärt. Die Einsatzkräfte suchen weiterhin nach ihr.
Ein Haustier, eine Katze, konnte im Verlauf des Einsatzes leider nur noch tot geborgen werden.
Das Wohnhaus wurde durch das Brandereignis schwer beschädigt und ist nach derzeitigem Stand weitgehend zerstört.
Besonders aufwendig gestalten sich derzeit die Nachlöscharbeiten. Das gesamte Dach ist mit einer eingelassenen Photovoltaikanlage versehen. Gleichzeitig ist die Dachkonstruktion im Innenbereich unter anderem mit OSB- und Gipskartonplatten verkleidet. Dadurch sind mögliche Glut- und Brandnester sowohl von außen als auch von innen nur sehr schwer erreichbar.
Um einen geeigneten Zugang zum Dachbereich zu schaffen, wird derzeit durch das THW Braunschweig eine rund acht Meter lange Mauer zurückgebaut. Dadurch soll ermöglicht werden, dass eine Drehleiter rückwärts weiter in das Grundstück einfahren und eine geeignete Aufstellfläche erreichen kann.
Anschließend soll die Dachhaut gezielt geöffnet werden. Gleichzeitig muss die Photovoltaikanlage Stück für Stück demontiert werden, damit die darunterliegenden Bereiche kontrolliert und verbliebene Brand- beziehungsweise Glutnester abgelöscht werden können. Die Arbeiten sind entsprechend personal- und zeitintensiv. Ein Ende der Einsatzmaßnahmen ist derzeit noch nicht absehbar. Im Verlauf des Einsatzes wurden zudem drei Feuerwehrangehörige. Ein Feuerwehrmann erlitt eine Verletzung am Fuß, ein weiterer eine Verbrühung und ein dritter Kreislaufprobleme. Die betroffenen Einsatzkräfte wurden medizinisch versorgt, teilweise in Krankenhäuser gebracht und konnten diese inzwischen wieder verlassen.
Insgesamt waren bis zum aktuellen Zeitpunkt rund 140 Einsatzkräfte an der Einsatzstelle tätig. Es kamen fünf Löschzüge zum Einsatz. Neben den Kräften der Berufsfeuerwehr und zahlreicher Ortsfeuerwehren wurden das Technische Hilfswerk sowie verschiedene Fachzüge und Spezialeinheiten der Freiwilligen Feuerwehr hinzugezogen.
Die während des Einsatzes verwaisten Feuerwachen der Berufsfeuerwehr wurden durch Löschzüge der Ortsfeuerwehren besetzt, um den Grundschutz für das Stadtgebiet weiterhin sicherzustellen.
Ein ausdrücklicher Dank gilt zudem den zahlreichen Nachbarinnen und Nachbarn im Habichtweg und im unmittelbaren Umfeld der Einsatzstelle. Sie unterstützten die Einsatzkräfte unter anderem mit Verpflegung, Getränken, der Bereitstellung von Toiletten und Sitzmöglichkeiten. Diese große Hilfsbereitschaft und Wertschätzung gegenüber den Einsatzkräften ist alles andere als selbstverständlich und wurde von allen Beteiligten sehr dankbar angenommen.
Die Ursache des Brandes sowie die Schadenssumme sind derzeit noch ungeklärt.
Quelle: Feuerwehr Braunschweig, Einsatzleiter: Brandrat Thomas Hickmann