In der Nacht zum Sonntag wurde die Feuerwehr Wiesbaden gegen 3.15 Uhr zu einem Wohnungsbrand in die Goerdelerstraße im Stadtteil Klarenthal alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand eine Erdgeschosswohnung in eines Mehrfamilienhauses im Vollbrand. Flammen schlugen aus den Fenstern, während dichter Brandrauch den Treppenraum unpassierbar machte. Rund 15 Menschen mussten durch die Feuerwehr gerettet werden.
An mehreren Fenstern machten sich Bewohnerinnen und Bewohner bemerkbar, die das Gebäude aufgrund der starken Rauchausbreitung nicht mehr selbstständig verlassen konnten. Die Feuerwehr leitete daher umgehend umfangreiche Maßnahmen zur Menschenrettung ein. Über tragbare Leitern und eine Drehleiter wurden die eingeschlossenen Personen, darunter auch mehrere Kinder, in Sicherheit gebracht. Auch über den Treppenraum wurden einige Personen mit Hilfe von Fluchthauben gerettet. Parallel dazu ging ein Trupp unter Atemschutz zur Brandbekämpfung vor. Durch den Löschangriff konnte das Feuer zurückgedrängt, unter Kontrolle gebracht und schließlich gelöscht werden.
Der Rettungsdienst organisierte unter Führung eines Organisatorischen Leiters Rettungsdienst und einer Leitenden Notärztin die medizinische Versorgung der Betroffenen. Insgesamt wurden rund 30 Personen gesichtet. Sechs von ihnen wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser transportiert. Die übrigen Personen wurden vor Ort betreut. Hierzu standen neben zusätzlichen Rettungsdienstkräften aus dem Rheingau-Taunus-Kreis und dem Main-Taunus-Kreis auch eine Schnelleinsatzgruppe Betreuung, die Notfallseelsorge sowie ein Bus von ESWE Verkehr zur Verfügung.
Nach der Brandbekämpfung wird das Gebäude aktuell mit Belüftungsgeräten entraucht und auf eine mögliche Brandausbreitung kontrolliert. Hierzu öffneten die Einsatzkräfte vorsorglich auch Teile der Außenfassade. Zusätzliche Maßnahmen waren aufgrund eines Defekts an der Heizungsanlage erforderlich, durch den es in der Brandwohnung zu einem starken Wasserdampfaustritt kam. Dieser konnte durch das Absperren der Heizungsanlage des Gebäudes gestoppt werden.
Nach einer ersten Einschätzung ist ein Teil des Gebäudes vorerst nicht mehr bewohnbar. Für die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner werden daher Möglichkeiten zur vorübergehenden Unterbringung organisiert.
Insgesamt sind rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst in die Maßnahmen eingebunden. An der Einsatzstelle befinden sich Kräfte der Berufsfeuerwehr Wiesbaden sowie der Freiwilligen Feuerwehren Stadtmitte, Frauenstein und Dotzheim sowie die Logistik-Gruppe. Darüber hinaus sind der Rettungsdienst Wiesbaden, zusätzliche Rettungsdienstkräfte aus dem Rheingau-Taunus-Kreis und dem Main-Taunus-Kreis, eine Schnelleinsatzgruppe Betreuung vom Arbeiter-Samariter-Bund, die Notfallseelsorge, die Polizei sowie ESWE Verkehr beteiligt. Zur Sicherstellung des Grundschutzes haben die Freiwilligen Feuerwehren Naurod und Auringen die Feuerwache 1 nachbesetzt.
Die Einsatzmaßnahmen dauern zur Stunde noch an.
Quelle: Feuerwehr der Landeshauptstadt Wiesbaden.