Großbrand im Kölner Norden fordert einen verletzten Feuerwehrmann

Werkstatthalle stürzt nach Großbrand ein, Feuerwehr Köln mit über 100 Einsatzkräften vor Ort
 

Die Feuerwehr Köln war seit den frühen Morgenstunden mit einem Großaufgebot im Stadtteil Rheinkassel im Einsatz.

Um 04:39 Uhr erreichte die Leitstelle der Feuerwehr Köln ein Notruf über einen ausgedehnten Brand am Feldkasseler Weg in Köln-Rheinkassel. Durch die Feuerwehrleitstelle wurden umgehend Einsatzkräfte der zuständigen Feuer- und Rettungswache 6 in Chorweiler und der nächstgelegenen Löschgruppe Langel-Rheinkassel der Freiwilligen Feuerwehr zur Einsatzstelle entsendet.

Bereits auf der Anfahrt zur Einsatzstelle konnte ein ausgedehnter Brand mit weithin sichtbarem Feuerschein festgestellt werden. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse wurde noch auf der Anfahrt die Alarmstufe erhöht und weitere Einsatzkräfte nachgefordert.

Ein Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr erreichte als erstes den Einsatzort und konnte die Angaben des Notrufes bestätigen. Auf einem gewerblich genutzten Gelände brannte eine circa 900 Quadratmeter große LKW-Werkstatt mit integrierter Waschstraße für LKW lichterloh.

Diese LKW-Werkstatt ist Teil eines Hallenkomplexes, welcher eine bauliche Verbindung zu zwei weiteren Lagerhallen von 500 und 900 Quadratmetern Größe hat. Diese zwei weiteren Lagerhallen sind in der Nutzung eines Gewerbebetriebes zur Lagerung von Papier und Kartonagen.

Im Verlauf des Einsatzes wurde ein Feuerwehrmann leicht verletzt und nach Erstversorgung durch den Rettungsdienst in ein Krankenhaus zur weiteren Behandlung transportiert. Der Kollege wird aktuell vorsorglich überwacht, wird aber voraussichtlich bereits heute Nachmittag aus dem Krankenhaus entlassen. Weitere Menschen kamen bei dem Einsatz nicht zu Schaden.

Durch die Feuerwehr wurde umgehend ein umfassender Löschangriff vorbereitet, mit dem Ziel die baulich angrenzenden Lagerhallen vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen. Noch in der Frühphase des Einsatzes stürzte die Dachkonstruktion der LKW-Werkstatt, in welcher insgesamt drei LKW abgestellt waren komplett ein und das Feuer griff auf die kleinere der beiden angrenzenden Lagerhallen über.

Im weiteren Verlauf breitete sich das Feuer in Teilen auch auf die zweite angrenzende Lagerhalle aus. Diese konnte jedoch letztendlich durch die Feuerwehr zu großen Teilen geschützt werden. Die kleinere der beiden Lagerhallen konnte aufgrund der raschen Brandausbreitung nicht geschützt werden und wurde wie die LKW-Werkstatt ein Raub der Flammen.

Im Rahmen eines massiven Löschangriffes unter Einsatz von Löschschaum mit zeitweise mehreren Strahlrohren und Schaumwasserwerfern konnte gegen 08:30 Uhr der Brand unter Kontrolle gemeldet werden.

Aufgrund der starken und weithin sichtbaren Rauchentwicklung sowie Belästigung durch Brandgeruch in den nördlichen Stadtteilen, wurde parallel zum Brandeinsatz ein Messeinsatz durch die Feuerwehr Köln durchgeführt. Mehrere Messfahrzeuge führten an verschiedenen Orten Luftmessungen durch. Weiter wurden die Bereiche auf Rußniederschlag überprüft. Sämtliche Messungen und Überprüfungen waren bis zum Abschluss dieser Maßnahmen gegen 09:00 Uhr unauffällig. Lediglich Brandgeruch konnte in naheliegenden Stadtteilen festgestellt werden.

Bereits frühzeitig wurde verunreinigtes Löschwasser mit Anteilen von Löschschaum, durch die Feuerwehr zurückgehalten und eine Fachfirma mit der Entsorgung beauftragt. Diese Maßnahmen wurden federführend durch einen Vertreter der Unteren Wasserbehörde der Stadt Köln verantwortlich begleitet.

Zur Zeit befinden sich immer noch 60 Einsatzkräfte vor Ort, welche noch mehrere Stunden mit Nachlöscharbeiten beschäftigt sind. Unterstützt werden diese durch das Technische Hilfswerk, welches mit einem Radlader vor Ort ist.

Aktuell ist es notwendig loses Brandgut mit Radladern aus den Lagerhallen herauszufahren und außerhalb der Hallen abzulöschen um ein Wiederaufflammen innerhalb der Gebäude zu verhindern. Im Rahmen der Nachlöscharbeiten wird weiterhin Löschschaum eingesetzt.

Aufgrund der abgelegenen Lage des Gewerbekomplexes gestaltete sich die Versorgung mit Löschwasser in der Erstphase schwierig, worauf weitere Sondereinheiten der Feuerwehr Köln zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung alarmiert wurden. Die Wasserversorgung erfolgte zum Teil über Strecken von ungefähr 600 Metern.

Die Feuerwehr Köln war mit über 100 Einsatzkräften und 35 Fahrzeugen vor Ort. Am Einsatz beteiligt waren sieben der elf Feuer- und Rettungswachen im Stadtgebiet sowie elf Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr Köln.

Weitere Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr besetzten die verwaisten Feuerwachen im Stadtgebiet zur Sicherstellung des Brandschutzes. Die Einsatzleitung wurde vom Führungsdienst der Branddirektion wahrgenommen

Zur Brandursache und zur Höhe des Sachschadens können zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben gemacht werden.

Das zuständige Kriminalkommissariat der Polizei Köln hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Quelle und Bilder:  „Feuerwehr Köln“. gef. Heinisch, gez. Hessemer

 

 

Ersten Kommentar schreiben

Antworten