Großbrand in Gartenkolonie nach Flächenbrand – Umfangreicher Feuerwehreinsatz

Am 12.7.2026 wurde die Feuerwehr Wiesbaden um 17:32 Uhr über den Notruf zu einem Flächenbrand im Bereich Unterer Zwerchweg alarmiert.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte wurden diese von einem Mähdrescherfahrer eingewiesen. Dieser berichtete, dass während laufender Mäharbeiten mehrere Strohballen in Brand geraten waren. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit sowie eines kräftigen Windes aus östlicher Richtung breitete sich das Feuer innerhalb kürzester Zeit schnell aus und griff auf eine angrenzende Gartenkolonie über.

Dort standen mehrere Gartenhütten beim Eintreffen der Feuerwehr bereits in Vollbrand. Im weiteren Einsatzverlauf kam es zu einer explosionsartigen Brandausbreitung, wodurch sich die Gefahrenlage zusätzlich verschärfte. Gleichzeitig drohte das Feuer auf den angrenzenden Hessler Hof überzugreifen. Dies konnte jedoch glücklicherweise unter massivem Einsatz von Kräften verhindert werden. Die Polizei hatte die dortigen Bewohner bereits vorsorglich informiert und aus dem Gefahrenbereich gebracht.

Aufgrund der zunächst unzureichenden Löschwasserversorgung musste für den Einsatzabschnitt „Gartenkolonie“ eine Wasserversorgung über lange Wegstrecken aufgebaut werden. Parallel wurde im Einsatzabschnitt „Theuerbornshohl“ ein Pendelverkehr mit mehreren Tanklöschfahrzeugen eingerichtet, um die Löschwasserversorgung dauerhaft sicherzustellen.

Nach der ersten Lageerkundung wurde das Alarmstichwort auf „F Wald 2“ erhöht. Dies führte zu einer umfangreichen Nachalarmierung weiterer Einsatzkräfte.

Zur besseren Beurteilung der Lage aus der Luft wurde der Polizeihubschrauber angefordert. Die Luftbilder ermöglichten dem Einsatzleiter eine präzise Beurteilung der Brandausbreitung und dienten als Grundlage für die weitere taktische Einsatzplanung.

Zeitweise bestand zudem die Befürchtung, dass eine Gasleitung durch das Feuer gefährdet sein könnte. Zur Überprüfung wurde ein Mitarbeiter der ESWE Versorgung hinzugezogen. Nach eingehender Kontrolle konnte Entwarnung gegeben werden – eine Gefährdung der Gasleitung bestand nicht.

Aufgrund der dynamischen Lage wurden zunächst alle 20 Freiwilligen Feuerwehren der Landeshauptstadt Wiesbaden in Alarmbereitschaft versetzt. In der Hochphase des Einsatzes befanden sich 13 Freiwillige Feuerwehren gemeinsam mit den Kräften aller drei Wachen der Berufsfeuerwehr im Einsatz. Drei weitere Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr stellten währenddessen den Grundschutz für das Stadtgebiet auf den Feuerwachen sicher.

Zur Bewältigung des erhöhten Einsatzaufkommens wurde außerdem die Leitstellenverstärkung der Zentralen Leitstelle alarmiert. Zur Führungsunterstützung und Strukturierung des Einsatzes sowie zur Sicherstellung der Führungsorganisation im Stadtgebiet wurden Vollalarm für die Direktionsdienste und Einsatzleitdienste ausgelöst.

Zusätzlich kamen die Informations- und Kommunikationsgruppe mit dem Einsatzleitwagen 2 (ELW 2), die Logistikgruppe, die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Behandlung sowie ein Betreuungszug des Deutschen Roten Kreuzes, der Organisatorische Leiter Rettungsdienst sowie zwei Rettungswagen zum Eigenschutz der Einsatzkräfte zum Einsatz.

Zur Kontrolle des weitläufigen Einsatzgebietes unterstützte darüber hinaus die Drohneneinheit der Feuerwehr Taunusstein aus dem Rheingau-Taunus-Kreis. Mithilfe der Wärmebildtechnik wurden Glutnester lokalisiert und der Einsatzbereich nach möglicherweise betroffenen Personen abgesucht. Die Suche verlief glücklicherweise ohne Feststellungen.

Während des Einsatzes musste eine Einsatzkraft der Feuerwehr aufgrund einer Hitzeerschöpfung versorgt werden. Ihr geht es aber glücklicherweise wieder besser. Insgesamt haben die hohen Temperaturen und die Schutzkleidung unseren Einsatzkräften alles abverlangt.

Eingesetzte Kräfte

Feuerwehr: 142 Einsatzkräfte

Rettungsdienst: 30 Einsatzkräfte

Polizei: 6 Einsatzkräfte

ESWE Versorgung (Gas): 1 Mitarbeiter

Eingesetzte Fahrzeuge

Feuerwehr: 41 Fahrzeuge

Rettungsdienst: 2 Rettungswagen (Eigenschutz der Einsatzkräfte)

Polizei: 2 Streifenwagen sowie ein Polizeihubschrauber

Die Feuerwehr konnte den Brand schließlich unter Kontrolle bringen und eine weitere Ausbreitung auf angrenzende Gebäude verhindern. Die Nachlöscharbeiten sowie die Kontrolle auf verbliebene Glutnester dauerten bis in die Abendstunden an. Betroffen waren ca. 25.000qm Feld und mehrere angrenzende Gartenhütten.

Zur Brandursache und zur Höhe des entstandenen Sachschadens hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen.

Quelle: Feuerwehr der Landeshauptstadt Wiesbaden