Kohlenmonoxid-Alarm in Mehrfamilienhaus

9.11.2025 – In der Nacht auf Sonntag wurde ein Rettungswagen des Wiesbadener Rettungsdienstes zu einem medizinischen Notfall in die Hochheimer Straße in Mainz-Kostheim alarmiert. Beim Betreten der Wohnung schlug der mitgeführte Kohlenmonoxid-Warner der Rettungskräfte an, was die Besatzung veranlasste die beiden Bewohner umgehend ins Freie zu bringen und die Feuerwehr Wiesbaden nachzufordern.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte der Feuerwehr befanden sich die beiden Bewohner bereits mit Symptomen einer Kohlenmonoxidvergiftung in rettungsdienstlicher Behandlung. Einsatzkräfte der Feuerwehr gingen unter Atemschutz zur Erkundung in das Wohn- und Geschäftshaus vor. Die Messungen bestätigten eine hohe Kohlenmonoxidkonzentrationen, weshalb das gesamte Gebäude vorsorglich geräumt wurde. Insgesamt mussten sieben Personen, darunter drei Kinder, ihre Wohnungen vorübergehend verlassen.

Die Einsatzkräfte suchten unter Atemschutz im gesamten Gebäude nach der Ursache der gefährlichen Gaskonzentration. Sie konnten auch in weiteren Wohnungen erhöhte Messwerte feststellen, weshalb bei allen Bewohnern vorsorglich der Kohlenmonoxidwert im Blut überprüft wurde. Hier zeigten nur die Bewohner der initial betroffenen Wohnung Auffälligkeiten und wurde zur weiteren Behandlung in eine Wiesbadener Klinik transportiert.

Nach längerer Suche konnte die zentrale Gastherme des Gebäudes als mögliche Quelle für das Kohlenmonoxid ausgemacht werden, welches sich unter anderem durch die Wände im gesamten Gebäude verteilt hatte. Die Anlage wurde durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr außer Betrieb genommen, das gesamte Gebäude belüftet und abschließend kontrolliert. Nach den Maßnahmen waren keine erhöhten Konzentrationen mehr nachweisbar.

Während der Einsatzmaßnahmen wurden die Bewohner durch die Schnelleinsatzgruppe Betreuung des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) und die Seelsorge in Notfällen (SIN) in einem Bus der ESWE betreut. Nach Abschluss der Arbeiten konnten sie in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Heizungsanlage bleibt bis zur Überprüfung durch eine Fachfirma außer Betrieb.

An der Einsatzstelle waren Kräfte der Berufsfeuerwehr Wiesbaden, des Rettungsdienstes, der Schnelleinsatzgruppe Betreuung des ASB sowie der Seelsorge in Notfällen im Einsatz.

Kohlenmonoxid (CO) ist ein farb-, geruchs- und geschmackloses Gas, das bei unvollständiger Verbrennung entsteht – etwa an defekten Heizungsanlagen, Kaminöfen oder Gasthermen. Es kann bereits in geringen Konzentrationen zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Bewusstlosigkeit führen und ist in höheren Mengen tödlich. Die Feuerwehr Wiesbaden empfiehlt, Heizungs- und Abgasanlagen regelmäßig durch Fachbetriebe warten zu lassen und Kohlenmonoxid-Warner zu installieren.

Quelle: Feuerwehr Wiesbaden